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Weiterführende Informationen und das Programm

weiterführende Informationen zum Bonner Tauchersymposium und zum Programm erhalten sie auf der Homepage

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Für mehr Sicherheit im Tauchsport

Bonn/Düsseldorf, 31.03.2014. Auf dem 14. Bonner Tauchersymposium diskutierten Experten über spezielles Rettungstraining für Taucher

Selbstüberschätzung, eine Panikattacke, das plötzliche Eindringen von Wasser in die Tauchmaske oder ein unbekannter Tauchpartner können Ursache dafür sein, dass ein Tauchgang anders abläuft als geplant. Pro Woche ereignen sich weltweit zehn schwere Tauchunfälle, viele davon tödlich. Ein tödlicher Tauchunfall ist nie allein auf technisches Versagen zurückzuführen. Fast immer kommen menschliche Fehler, auch bei erfahrenen Tauchern, hinzu, die zum Tod unter Wasser führen.

Referenten des Tauchersymposiums v.l.n.r.: Sachverständiger Dietmar Berndt, Stutensee, Lars Eichhorn, Anästhesist, Universität Bonn, Professor Stefan Schröder, medizinische Leitung des Symposiums und Chefarzt im Krankenhaus Düren, Tillmann Speer, Lehrrettungsassistent, Gießen, Markus Klingenberg, Tauchmediziner, Bonn, Stefan Wiese, Anästhesist, University Medical Center Maastricht, Stefan Weber, Anästhesist, Universität Bonn, Uwe Hoffmann, Deutsche Sporthochschule Köln, Stephan Strassmann, Lungenklinik, Krankenhaus Köln-Merheim und Andreas Koch, Schiffahrtsmedizinisches Institut der Marine, Kiel

Zu diesem Ergebnis kamen Experten und Gutachter für Tauchmedizin und Rettungsdienst auf dem Bonner Tauchersymposium am 29. März im Biomedizinischen Institut der Bonner Universitätsklinik. Zum 14. Mal trafen  sich 300 Ärzte, hauptamtliche und ehrenamtliche Retter, Tauchlehrer und Sporttaucher aus ganz Deutschland auf Einladung der DRK-Wasserwacht Bonn, um über Erkenntnisse und Verfahren zu informieren, wie tödliche Unfälle vermieden und verunglückte Taucher optimal gerettet und medizinisch versorgt werden können. „Dafür ist die Netzwerkbildung zum Wissens- und Erfahrungsaustausch für eine qualitative Notfallversorgung von unschätzbarem Wert, wofür sich das Forum des Bonner Tauchersymposiums hervorragend eignet“, so Professor Stefan Schröder, der wissenschaftliche Leiter der Veranstaltung.


„Oft sind menschliche Faktoren und technisches Versagen der Unfallauslöser“, sagte der Sachverständige für Taucherausrüstungen und Unfallursachenermittlung Dr. Dietmar Berndt aus Karlsruhe. Nicht angepasste und unbekannte Ausrüstung, Fehler im Umgang mit der Ausrüstung im Vorfeld des Tauchgangs, scheinbar kleine Probleme und Defekte, die nicht bemerkt werden, und die Missachtung von Sicherheitsstandards sind Gründe für tödliche Tauchunfälle. Hinzu kommen Panik und Stress.

Zur Stressreduktion bei Tauchunfällen empfiehlt Michael Dohmen von der Freiwilligen Feuerwehr Gangelt regelmäßige Notfallübungen und einen Ablaufplan für jeden Tauchgang. Sein Tipp für Unterwasser-Notfälle heißt ALARM: Anfassen, Luftzufuhr kontrollieren, Aufsteigen, Ruhe und Mithelfer hinzuziehen. Mehr Sicherheit im Tauchsport kann laut David Loosen von der Sporthochschule in Köln nur erreicht werden, wenn in der Tauchausbildung auch die Rettung erlernt wird. „Präventives Training im Schwimmbad mithilfe von simulierten Rettungsszenarien, wie das Verbringen eines bewusstlosen Tauchers ins Boot schulen die Handlungsfähigkeit in solchen Situationen und fördern die Fähigkeit zum Stressmanagement“, sagte Loosen.

Viele Taucher und Ärzte kennen nicht die Leitlinie „Tauchunfall“ der „Gesellschaft für Tauch- und Überdruckmedizin“, kritisierte Dr. Stefan Wiese, Anästhesist im Maastrichter University Medical Center. Die Leitlinie liefert detaillierte Informationen und Anleitungen für Notfälle unter Wasser. Wichtigste Sofortmaßnahme ist die Sicherung der Vitalfunktionen, die Gabe von Sauerstoff in hoher Konzentration und die Weiterbehandlung in einem Druckkammerzentrum. Die Teilnehmer des Symposiums waren sich einig darin, dass in der Ausbildung des Sporttauchens der Fokus zu Recht auf präventiven Übungen bei der Tauchunfallvermeidung liegt, aber regelmäßige Rettungsübungen könnten für noch mehr Sicherheit im Tauchsport sorgen.

Fehler-Serien führen zum Tod

Düsseldorf/Bonn. Analysen beim Bonner Tauchersymposium: Der tödliche Tauchunfall ist nie allein auf technisches Versagen zurückzuführen – 300 Teilnehmer werden am 29.3.2014 erwartet

Der tödliche Tauchunfall ist nicht allein das Ergebnis eines technischen Materialversagens. Mit seinen Experten und Gutachtern für Tauchmedizin und Rettungsdienst weist das 14. Bonner Tauchersymposium am 29.3.2014 nach, dass fast immer menschliche Fehler dazukommen und erst die Kette kleiner und großer Unzulänglichkeiten zum Tod unter Wasser führt. Fehler von unerfahrenen wie von erfahrenen Tauchern, Stressfaktoren, Handicaps und Medikamenteneinflüsse bilden diesmal den tauchmedizinischen Schwerpunkt, der von Sportlern, ehrenamtlichen  und hauptamtlichen Rettern diskutiert wird.

So wird in Fallanalysen nachgewiesen, dass in einer Vielzahl der Unfälle alleingelassene und überbleite Taucher in die Katastrophe gerieten, egal ob in 4 oder in 40 Meter Tiefe. In einer weiteren brisanten Falldokumentation wird berichtet, wie ein verunglückter Taucher auf den Seychellen nach 32 Stunden ohne medizinische Versorgung und Sauerstoff durch intensive Druckkammerbehandlungen überlebte.

Das Symposium wird zum 14. Mal von der Wasserwacht des Deutschen Roten Kreuzes in Bonn ehrenamtlich organisiert und von Chefarzt Prof. Dr. Stefan Schröder geleitet. Die mit vielen Verbänden vernetzte Fortbildung für Taucher, Rettungsdienst-Mitarbeiter und Notärzte gilt als bundesweite Nr. 1 im Fachgebiet „Wasserrettung + Notfallmedizin“. Im Hörsaal der Bonner Uniklinik werden erneut 300 Teilnehmer aus ganz Deutschland erwartet.

Schirmherr ist der Innenminister des Landes Nordrhein-Westfalen, Ralf Jäger.

Grußwort des Innenministers - Ralf Jäger

Schirmherr Ralf Jäger MdL

Das Bonner Tauchersymposium der DRK-Wasserwacht hat sich mit seinem medizinischen Schwerpunkt einen hervorragenden Ruf als Umschlagplatz für den aktuellen Wissensstand in Forschung und Praxis erworben. Mit den vier Säulen Wasserrettung, Tauchmedizin, Rettungsdienst und Tauchsport spricht das Tauchersymposium Profis und Laien gleichermaßen an und sorgt für eine Vernetzung quer durch die Verbände und Träger des Rettungsdienstes.

Den Verantwortlichen des Deutschen Roten Kreuzes in Bonn ist es gelungen, das Symposium als die Nr. 1 im Sektor „Wasserrettung und Notfallmedizin“ bundesweit zu etablieren. Dazu sage ich meinen herzlichen Glückwunsch und wünsche weiterhin einen stets interessanten und informativen Wissensaustausch auf der Höhe der Zeit.

Es freut mich besonders, dass das Symposium – wie viele andere Aktivitäten auch – vom ehrenamtlichen Engagement lebt. Wer gerade im letzten Jahr den vielfachen Einsatz von Helferinnen und Helfern beim Elbehochwasser erlebt hat, wer darüber hinaus wahrnimmt, was Ehrenamt in unserer Gesellschaft auf vielen Feldern leisten kann, der kann ein solches Engagement auch bei einer hochqualifizierten Fortbildung wie dem Bonner Tauchersymposium der DRK-Wasserwacht gar nicht hoch genug schätzen.

In diesem Sinne wünsche ich der Veranstaltung und allen Beteiligten interessante Erfahrungen und viel Erfolg auch in den kommenden Jahren.

Ralf Jäger MdL
Minister für Inneres und Kommunales des Landes Nordrhein-Westfalen

Grußwort des Ministers zum Download

 
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Karin Kirchhübel
DRK-Landesverband Nordrhein e.V.
Auf'm Hennekamp 71
40225 Düsseldorf
Tel. 0211/3104-133
Fax. 0211/3104-197

k.kirchhuebel(at)drk-nordrhein.net

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